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VINYL DETECTIVE

VINYL-DETEKTIV.

Ein altes Cover macht eine Platte noch nicht zu einer Originalpressung. Mit der Katalognummer, dem Label und den Codes in der Auslaufrille kommen Sie der richtigen Antwort näher.

Runout en matrixcode van een vinylplaat bekijken met een vergrootglas

Ein vergilbtes Cover, schweres Vinyl und ein Label, das alt aussieht. Es scheint vielleicht offensichtlich: Das muss eine Originalpressung sein. Dennoch kann dieselbe Platte Jahre später erneut veröffentlicht worden sein – mit fast demselben Artwork, derselben Katalognummer und manchmal sogar demselben Label-Design.

Wer genau wissen möchte, welche Version auf dem Plattenteller liegt, muss daher mehr als nur die Vorderseite des Covers betrachten. Die wichtigsten Hinweise befinden sich oft auf dem Rücken, dem Label und vor allem in dem glatten Bereich um die Plattenmitte.

Zeit für eine kleine Untersuchung.

SJELF-Erläuterung, wo Katalognummer, Barcode, Labelinformationen, Matrixcode und Originalteile einer Vinylplatte zu finden sind

FIRST THINGS FIRST — Was ist eine Originalpressung?

Der Begriff Originalpressung wird nicht immer gleich verwendet. Manchmal meint man damit die allererste kommerzielle Veröffentlichung eines Albums in dem Land, in dem es ursprünglich erschien. In anderen Fällen geht es um die erste Pressung, die in einem bestimmten Land herauskam.

Ein Album kann zum Beispiel zuerst im Vereinigten Königreich erscheinen und einige Monate später in den Niederlanden. Diese niederländische Ausgabe kann die erste niederländische Pressung sein, ist aber nicht automatisch die weltweite Erstveröffentlichung.

Bestimme daher vorab, was du feststellen möchtest:

  • Ist dies eine Ausgabe aus dem ursprünglichen Jahr?

  • Ist dies die Erstveröffentlichung in diesem Land?

  • Oder suche ich die allererste Version, die überhaupt irgendwo erschienen ist?

Ohne diese Abgrenzung kann eine Platte gleichzeitig als Original und als spätere Ausgabe bezeichnet werden.

START WITH THE SLEEVE — Suche die Katalognummer

Beginne bei der Katalognummer. Das ist der Code, mit dem eine Plattenfirma eine spezifische Ausgabe identifiziert. Du findest ihn meist auf dem Rücken oder der Rückseite des Covers sowie auf dem Plattenlabel.

Notiere den Code exakt, einschließlich Leerzeichen, Punkten und Bindestrichen. Ein kleiner Unterschied kann auf ein anderes Land, eine andere Plattenfirma oder eine spätere Neuauflage hinweisen. Überprüfe auch, ob die Nummer auf dem Cover mit der auf der Platte übereinstimmt. Eine falsche Platte in einem alten Cover kommt häufiger vor, als du denkst.

Die Katalognummer ist ein guter Anfang, aber selten ein endgültiger Beweis. Manche Labels haben dieselbe Nummer jahrelang wiederverwendet. Betrachte daher immer mehrere Merkmale, bevor du ein Fazit ziehst.

CHECK THE LABEL — Details verraten die Version

Betrachte anschließend das Label in der Mitte der Platte. Achte nicht nur auf die Farbe, sondern auch auf:

  • das Logo und dessen Platzierung;

  • die verwendete Typografie;

  • den Namen der Plattenfirma oder des Vertriebs;

  • Urheberrechtsangaben am Rand;

  • Kennzeichnungen für Mono oder Stereo;

  • Verwertungsgesellschaften wie STEMRA, BIEM, GEMA oder SACEM;

  • das Land, in dem die Platte hergestellt wurde.

Plattenlabels änderten ihr Design regelmäßig. Ein anderes Logo, ein angepasster Firmenname oder eine zusätzliche Textzeile kann den Unterschied zwischen einer frühen Pressung und einer Neuauflage Jahre später bedeuten.

Vergleiche daher immer das komplette Label-Layout. Allein dieselbe Farbe reicht nicht aus.

READ THE RUNOUT — Schau, wo die Musik aufhört

Die wichtigste Information steht oft in der Auslaufrille (Runout): dem glatten Bereich zwischen dem letzten Titel und dem Label. Dieser Bereich wird auch als „Dead Wax“ bezeichnet.

Halte die Platte schräg unter eine Lampe und drehe sie langsam. Du siehst dann gestanzte oder handgravierte Buchstaben, Zahlen, Symbole oder Initialen. Schreibe alles exakt für Seite A und Seite B ab. Achte auch darauf, was gestanzt ist und was handgeschrieben aussieht.

Der Matrixcode wurde während des Produktionsprozesses verwendet, um unter anderem die Plattenseite, das Mastering oder den Fertigungsschritt zu identifizieren. In der Auslaufrille können zudem Initialen eines Mastering-Ingenieurs, eine Kennung des Presswerks oder andere Produktionscodes stehen.

Ein Code, der auf A und B oder auf 1 und 2 endet, verweist oft auf die beiden Plattenseiten. Zusätzliche Zahlen oder Zeichen können Informationen über eine spezifische Produktionsvariante liefern. Die Bedeutung unterscheidet sich jedoch je nach Label und Presswerk. Eine niedrige Nummer ist daher nicht bei jedem Album automatisch der Beweis für eine Erstpressung.

COUNTRY MATTERS — Überprüfe das Herkunftsland

Viele Alben wurden fast zeitgleich in mehreren Ländern gepresst. Die Cover wirken manchmal identisch, während das Vinyl lokal produziert wurde.

Suche nach Angaben wie:

  • Made in the Netherlands;

  • Printed in Germany;

  • Manufactured in the UK;

  • einem lokalen Vertrieb oder einer Verwertungsgesellschaft.

Achte auch auf die Kombination aus Cover und Platte. Eine britische Platte kann später in einem niederländischen Cover gelandet sein oder umgekehrt. Für eine korrekte Identifizierung müssen die verschiedenen Teile logisch zusammengehören.

BARCODE OR NO BARCODE? — Ein Hinweis, kein Endbeweis

Bei älteren Alben kann ein Barcode schnell zeigen, dass du es mit einer späteren Ausgabe zu tun hast. Aber kein Barcode bedeutet nicht automatisch, dass die Platte eine Originalpressung ist. Es gibt auch Neuauflagen ohne Barcode, vor allem wenn altes Artwork wiederverwendet wurde.

Achte daher auch auf:

  • originale Innenhüllen;

  • Poster, Booklets oder Beilagen (Inserts);

  • Aufkleber auf dem Cover;

  • Preis- oder Vertriebscodes;

  • abweichende Titellisten;

  • Unterschiede beim Copyright-Jahr.

Diese Details unterstützen die Identifizierung, sind aber einzeln meist nicht ausschlaggebend.

MATCH THE RELEASE — Vergleiche die exakte Version

Mit der Katalognummer, dem Land, dem Label und den vollständigen Informationen aus der Auslaufrille kannst du in einer spezialisierten Musikdatenbank nach der richtigen Ausgabe suchen.

Vergleiche nicht nur das Jahr und das Bild. Überprüfe:

  1. die Katalognummer;

  2. das Herkunftsland;

  3. das Label-Design;

  4. die Matrix- und Runout-Codes beider Seiten;

  5. den Barcode und sonstige Identifikationscodes;

  6. Besonderheiten des Covers und beigelegte Teile.

Nutze die gefundenen Daten als Vergleichsmaterial und suche bei wertvollen oder seltenen Platten nach mehreren Bestätigungen.

COMMON MISTAKES — Hier passieren oft Fehler

„Die Platte ist schwer, also ist sie original.“

Das Gewicht des Vinyls sagt für sich genommen nichts über das Jahr der Veröffentlichung aus. Sowohl alte Platten als auch moderne Neuauflagen können schwer oder dünn sein.

„Es steht dasselbe Jahr auf dem Cover.“

Das Copyright-Jahr verweist oft auf das ursprüngliche Werk und wird regelmäßig auf späteren Ausgaben wiederholt.

„Es ist kein Barcode vorhanden.“

Das kann auf eine ältere Ausgabe hindeuten, beweist aber nicht, dass es die Erstpressung ist.

„Der Matrixcode ist handgeschrieben.“

Sowohl gestanzte als auch handgravierte Codes kommen bei Originalen und späteren Pressungen vor. Die exakte Kombination ist wichtiger als die Art und Weise, wie der Code aufgebracht wurde.

„Der Verkäufer nennt es eine Erstpressung.“

Eine Verkaufsbeschreibung ist keine Identifizierung. Frage nach deutlichen Fotos der Labels und der vollständigen Runout-Codes, bevor du bezahlst.

DOES FIRST ALWAYS SOUND BEST? — Nicht notwendigerweise

Eine Erstpressung kann historisch interessant, selten oder wertvoll sein. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie am besten klingt. Der Zustand der Platte, das verwendete Mastering, die Qualität der Pressung und die Einstellung deiner Anlage beeinflussen, was du hörst.

Eine sorgfältig hergestellte Neuauflage in exzellentem Zustand kann angenehmer klingen als ein abgenutztes Original. Kaufe daher nicht nur eine Geschichte oder ein Jahreszahl. Bestimme, was dir wichtig ist: Sammlerwert, historische Bedeutung, Klangqualität oder einfach nur die Freude an der Musik.

THE VINYL DETECTIVE CHECKLIST

Möchtest du eine Pressung identifizieren? Überprüfe immer:

  • die exakte Katalognummer auf Cover und Label;

  • das Label-Design und alle Randtexte;

  • das Herkunftsland und den Hersteller;

  • die Matrix- und Runout-Codes beider Seiten;

  • Barcode, Preis- und Vertriebscodes;

  • Innenhülle, Inserts und andere Originalbeilagen;

  • die Übereinstimmungen mit einer spezifisch beschriebenen Ausgabe;

  • den Zustand von Platte und Cover, unabhängig von der Pressung selbst.

Ein einzelner Hinweis reicht selten aus. Es ist die Kombination, die die Geschichte erzählt.

KEEP LOOKING

Eine Originalpressung zu erkennen erfordert Aufmerksamkeit, Geduld und manchmal eine Lupe. Genau darin liegt ein Teil des Reizes. Eine Platte ist nicht nur die Musik in der Rille, sondern auch eine greifbare Spur davon, wo, wann und wie diese Musik veröffentlicht wurde.

Und manchmal stellt sich die einfache Platte vom Flohmarkt plötzlich als viel interessanter heraus als gedacht.

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