ARTIST STORY
Adele.
Eine große Stimme, aus der Nähe.
Ein paar Klaviernoten, ein Atemzug, und die Stimmung eines Raumes verändert sich. Adele kann einen Refrain in etwas verwandeln, in das tausende Menschen gleichzeitig hineinpassen. Doch ihre Alben werden erst richtig interessant, wenn man näher herangeht: an den Zweifel vor dem großen Ton, den Humor hinter der Trauer und die Frau, die lernt, ihre eigene Geschichte immer wieder neu zu erzählen.
IMAGE CREDIT: Kristopher Harris / Wikimedia Commons · Nashville, 16. Oktober 2016 · CC BY 2.0. Der Bildausschnitt kann je nach Bildschirm variieren.
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In Spotify öffnen ↗Bei Adele merkt man sich leicht die großen Gesten. Der Refrain von Hello. Der entschlossene Schlag von Rolling in the Deep. Das Klavier, das in Someone Like You weiterspielt, während die Worte immer schwerer wiegen. Sie hat Songs geschaffen, die fast sofort erkennbar sind. Hinter dieser Wiedererkennbarkeit steckt eine Musikerin, die bemerkenswert präzise weiß, wie viel Raum ein Satz braucht. Entdecken Sie mehr bei SJELF: Soul · 30 auf Vinyl · 25 auf Vinyl · 19 auf Vinyl.
Ihr Katalog lässt sich auf den ersten Blick einfach ordnen: vier Studioalben, vier Lebensalter. 19, 21, 25 und 30. Zusammen bilden sie eine Entwicklung von verliebter Unmittelbarkeit hin zu Rückblick, Verantwortung und Selbstreflexion. Die Stimme bleibt wiedererkennbar, aber das Gegenüber, an das sie sich richtet, verändert sich. Zuerst scheint ein geliebter Mensch ihr gegenüberzusitzen. Später spricht sie genauso eindringlich zu einer früheren Version ihrer selbst.
Dieser Wandel verdient mehr Aufmerksamkeit als die übliche Aufzählung von Verkaufszahlen und Preisen. Wer die Platten hintereinander hört, hört auch verschiedene Arten des Schreibens und Produzierens: Gitarre und Soul-Rhythmus, gospelartige Antworten, große Pop-Arrangements, gesprochene Passagen und Lieder, die sich Zeit nehmen. Es ist die Album-Geschichte einer Sängerin, die ein sehr großes Publikum mit Gefühlen erreicht, die selten sauber aufgelöst werden.
London und 19 (2008): bevor alle mitsangen
Adele Laurie Blue Adkins wurde am 5. Mai 1988 in London geboren. Ihre musikalische Ausbildung an der BRIT School und das Interesse von XL Recordings an den Songs, die auf Myspace kursierten, gehören zur frühen Geschichte. 2008 erschien 19. In jenem Jahr erhielt sie den ersten Critics’ Choice Award der BRITs; 2009 folgten ihre ersten zwei Grammys, darunter für den Best New Artist.
Es ist verlockend, dieses Debütalbum nur als Ankündigung dessen zu sehen, was später kam. Damit verkennt man jedoch ihren eigenen Charakter. Daydreamer beginnt klein, mit einer Gitarrenfigur, die die Melodie trägt, ohne sie zu einem großen Schluss zu drängen. Die Stimme hat bereits Gewicht, aber die Umgebung bleibt leicht. Man hört jemanden, der ein Bild festzuhalten versucht, bevor es verschwindet.
Dem gegenüber steht die sperrige Bewegung von Cold Shoulder. Der Rhythmus gibt ihr etwas, gegen das sie ansingen kann. Hier wird eine Enttäuschung schärfer und direkter ausgesprochen; die Worte haben weniger Raum, um nachzuklingen. Mark Ronson produzierte diesen Song, während Jim Abbiss den größten Teil des Albums übernahm. Diese unterschiedlichen Ansätze machen das Debüt zu einer Platte, auf der Adele hörbar verschiedene Zimmer erkundet.
In Chasing Pavements wird das Zögern selbst zum Thema. Der Refrain erhebt eine Frage zu etwas Großem, ohne dass damit die Antwort näher rückt. Hier liegt bereits ein wichtiger Teil ihres Songwritings. Ein Song muss bei Adele keine Entscheidung treffen, um überzeugend zu sein. Die Melodie kann gerade spürbar machen, wie lange jemand zwischen zwei Möglichkeiten verharrt.
Auch Hometown Glory verdient diese Aufmerksamkeit. Zwischen den Liebesliedern öffnet es einen anderen Ausblick: Verbundenheit mit einem Ort. Das Klavier setzt eine stetige Bewegung in Gang, während ihre Stimme fast vorsichtig darüber schwebt. Die Intensität entsteht nach und nach. Auf einem Album, das so ausdrücklich mit einem Lebensalter verbunden ist, gibt dieses Schlussstück der jungen Erzählerin ein Umfeld, eine Geschichte und ein Gefühl von Heimat.
Adele mit 19: eine eigene Stimme zwischen Soul und Pop
Das Soul-Gefühl in Adeles Musik liegt nicht nur in einem kraftvollen Ton. Es liegt auch im Dehnen eines Vokals, im leicht verspäteten Einsetzen eines Satzes und im Unterschied zwischen einer zurückhaltenden Strophe und einem offenen Refrain. Bei ihr kann man oft hören, dass ein Wort noch nicht ganz losgelassen wurde, wenn die Begleitung schon weitergeht. So entsteht Spannung, ohne dass ein zusätzliches Instrument nötig ist.
Das macht es interessant, sie neben Amy Winehouse zu hören. Beide britischen Sängerinnen machten altes musikalisches Vokabular in persönlichen Songs wieder nutzbar. Ihr Timing und ihre Haltung unterscheiden sich jedoch deutlich. Winehouse kann eine Melodie kantig, verspielt oder fast beiläufig behandeln; Adele baut öfter auf eine lange, offene Linie. Die Gemeinsamkeit liefert den Kontext, der Unterschied macht das Zuhören lohnenswert.
Das Debüt enthält zudem einen Song, der nicht von Adele geschrieben wurde: Bob Dylans Make You Feel My Love, ursprünglich auf Time Out of Mind von 1997 erschienen. In ihrer Interpretation rückt das Versprechen des Liedes ganz nah heran. Die vergleichsweise schlichte Begleitung betont die Art und Weise, wie sie eine Zeile beendet. Das Lied zeigt, wie stark ihre Persönlichkeit auch in der Komposition eines anderen erkennbar bleibt.
21 (2011): Trauer bekommt Rhythmus
21 veränderte das Ausmaß von Adeles Karriere. Die Platte erschien 2011 und beginnt mit Rolling in the Deep, geschrieben mit Paul Epworth. Von Anfang an ist Bewegung in der Musik. Die Gitarre, der Schlag und die Antworten um ihre Stimme geben dem Lied eine Richtung: vorwärts. Verletzt sein und zurückschlagen existieren hier in derselben Darbietung.
Das ist wesentlich für das Album. Wer 21 ausschließlich eine Sammlung trauriger Balladen nennt, hört nur einen Teil. Rumour Has It hat einen betont körperlichen Rhythmus. Set Fire to the Rain lässt die Dramatik weit auffächern. Turning Tables sucht mehr Spannung in der Zurückhaltung. Das Thema mag verwandt sein, die musikalische Reaktion verändert sich jedes Mal.
Adeles Erzählerin ist dabei selten völlig konsequent. Sie will Abstand gewinnen und doch noch etwas sagen. Sie klingt sicher, um im nächsten Song erneut zu zweifeln. Diese Wechsel machen die Platte menschlich. Eine Trennung wird keine saubere Lektion mit einer nützlichen Antwort; es bleibt eine Reihe von Stimmungen, die sich gegenseitig widersprechen können.
Die Produktion hilft dabei, diese Unterschiede hörbar zu machen. Manchmal bekommt ihre Stimme ein festes rhythmisches Fundament, manchmal fast nichts, hinter dem sie sich verstecken kann. Die Kraft des Albums liegt auch in der Reihenfolge, in der diese Situationen aufeinanderfolgen. Der Eröffnungssong reißt die Tür weit auf. Am Ende bleibt vor allem die Frage, was man tut, wenn der andere wirklich weitergezogen ist.
Diesen Abschluss, Someone Like You, schrieb Adele mit Dan Wilson. Das Klavier wiederholt eine Bewegung, die beruhigend sein könnte, aber unter diesem Gesang immer etwas Unabwendbares bekommt. Das Lied versucht, würdevoll zu bleiben. Gerade deshalb hört man, wie viel Mühe diese Würde kostet. Mehr über die Songs und die Entstehung dieser Platte lesen Sie in unserer Album-Geschichte zu 21.
Someone Like You bei den BRITs 2011
Ihre Darbietung von Someone Like You während der BRIT Awards 2011 brachte dieses Prinzip auf den Kern zurück: eine Sängerin und ein Pianist. Der Auftritt verhalf dem Song an die Spitze der britischen Charts. Für eine Künstlerin, die bereits Erfolg hatte, war es ein Moment, in dem ein viel größeres Publikum verstand, was sie besonders machte.
Die Schlichtheit beeinflusst die Aufmerksamkeit. Man achtet auf einen Atemzug und auf den Moment, in dem eine Zeile einen Bruchteil länger dauert, als man erwartet. In einer großen Produktion können solche Details Teil eines Gesamtbildes werden; hier tragen sie den Auftritt. Das Publikum bekommt Zeit, sich in denselben Gedanken zu verbeißen.
Diese Darbietung verdeutlicht auch, warum ihre Songs oft so gut außerhalb ihrer ursprünglichen Aufnahme funktionieren. Eine Melodie, eine erkennbare Situation und ein stark gewählter Spannungsbogen sind bereits vorhanden, bevor das Arrangement hinzugefügt wird. Die Darbietung muss diese Elemente nicht erklären. Sie muss ihnen nur genügend Raum geben.
Skyfall (2012): Adele in der Welt von James Bond
Mit Skyfall kam 2012 ein anderer Auftrag: ein Lied für den gleichnamigen James-Bond-Film. Adele schrieb es mit Paul Epworth. 2013 gewannen sie dafür den Oscar für den besten Filmsong. Das Lied steht außerhalb ihrer vier regulären Studioalben und bildet ein eigenes Kapitel in ihrer Diskografie.
Der Anfang ist beherrscht. Klavier und Stimme lassen die Spannung wachsen, bevor sich die orchestrale Welt voll öffnet. Im Refrain bekommt ihr Gesang etwas Monumentales. Gleichzeitig bleibt genug Unsicherheit hörbar, um das Lied mehr sein zu lassen als nur einen triumphalen Titelsong. Das Versprechen, das sie singt, steht neben dem Bewusstsein, dass alles zusammenbrechen kann.
Diese Kombination passt zu Bond: Glamour mit einer Bedrohung darunter, eine große Geste, die sich nie ganz sicher anfühlt. Adele fügt sich überzeugend in diese Tradition ein, ohne ihre Stimme unkenntlich zu machen. Wer den Song neben ihre eigenen Alben stellt, hört, wie wichtig das Arrangement für die Welt ist, in der eine Sängerin landet. Dieselbe Unmittelbarkeit kann ein Wohnzimmer füllen oder über einem Filmorchester stehen.
Dies ist auch die Verbindung zur THE JAMES BOND COLLECTION. In THE SOUND OF BOND verfolgen wir die Musik durch die Filme, mit Skyfall als Teil dieser längeren Geschichte.
25 (2015): Rückblick verändert das Lied
Als 25 im Jahr 2015 erschien, waren die Erwartungen anders. Ein folgendes Album würde unvermeidlich neben dem riesigen Vorgänger gehört werden. Adele entschied sich wieder für zugängliche Songs, aber der Blick verschob sich. Auf dieser Platte geht es regelmäßig um Zeit: darum, wer man einst war, um Beziehungen, die eine andere Form bekommen haben, und um eine Vergangenheit, die man nicht einfach zurückholen kann.
Hello, geschrieben mit Produzent Greg Kurstin, eröffnet diese Welt mit einem Versuch der Kontaktaufnahme. Der Beginn ist tief und zurückgehalten. Wenn sich der Refrain öffnet, klingt der Abstand zwischen zwei Menschen fast größer als zuvor. Die Produktion macht den Raum weit, aber die ersten Worte bewahren etwas Alltägliches. Jeder kennt die Unsicherheit eines Gesprächs, dessen Ausgang man noch nicht abschätzen kann.
In der Entstehungsgeschichte von 25, die die Recording Academy veröffentlichte, erzählt Kurstin, wie er Klavierharmonien spielte, während Adele Melodien ausprobierte; der Text stammte von ihr. Das ist eine nützliche Korrektur des Bildes von Adele als bloß beeindruckender Stimme. Sie ist auch diejenige, die die Situation, die Formulierung und die Richtung eines solchen Songs gestaltet.
When We Were Young, geschrieben mit Tobias Jesso Jr., macht aus Erinnerung eine gemeinsame Szene. Die Musik hat Raum für eine große Geste, aber das Gefühl darunter ist verletzlich: Man sieht jemanden und bemerkt plötzlich, wie viel Zeit vergangen ist. Der Refrain scheint den Moment anhalten zu wollen. Die Weite des Gesangs betont jedoch, dass dies unmöglich ist.
Dennoch bewegt sich 25 auch leichter. Send My Love (To Your New Lover) setzt eine Gitarrenfigur und einen treibenden Pop-Ansatz für eine andere Haltung gegenüber dem Abschied ein. Water Under the Bridge gibt Unsicherheit einen festeren, tanzbareren Körper. Diese Nummern verhindern, dass das Album ständig am selben emotionalen Ort verharrt. Loslassen kann auch etwas Bewegliches haben.
30 (2021): wer spricht auf der anderen Seite?
Auf 30, erschienen 2021, wird Selbstreflexion noch deutlicher zum Teil des Schreibens. Adele sprach bei der Veröffentlichung über ihre Scheidung und den Wunsch, ihre Entscheidungen ihrem Sohn zu erklären. Das gibt der Platte Kontext. Um die Musik zu verstehen, muss man jedoch kein Dossier über ihr Privatleben führen: die Songs stellen erkennbare Fragen über Schuld, Freiheit und Verantwortung.
Easy on Me schließt an die Klavierballaden an, mit denen sie bekannt wurde. Dennoch verändert sich die Position der Erzählerin. Es schwingt eine Bitte um Verständnis mit, ein Versuch, Raum für eine Entscheidung zu bekommen, die anderen wehtun kann. Adele singt kraftvoll, aber diese Kraft macht ihr Argument nicht automatisch schlüssig. Es ist genau diese Unvollkommenheit, die den Song interessant hält.
My Little Love geht weiter darin, die übliche Pop-Form aufzubrechen. Gesprochene Fragmente unterbrechen den Gesang und lassen das persönliche Gespräch Teil der Aufnahme werden. Das kann sich unangenehm nah anfühlen. Die Übergänge zwischen Singen und Sprechen machen hörbar, wie viel weniger übersichtlich ein gelebter Moment ist als ein sauber abgeschlossener Refrain.
Auch die Klangwelt wird geräumiger. Neben wiederkehrenden Mitarbeitern wie Kurstin arbeitete Adele für 30 unter anderem mit Inflo und Ludwig Göransson. Das Album kann vertraut klingen und anschließend eine andere Abzweigung nehmen. Die träumerische Eröffnung von Strangers by Nature, die rhythmische Spannung von Oh My God und der längere Verlauf der letzten Stücke erfordern jeweils eine andere Art des Zuhörens.
I Drink Wine verbindet Selbstkritik mit einer Melodie, die scheinbar leicht Gesellschaft sucht. Das Lied kann breit mitgesungen werden, während das Thema gerade die schwierige Beziehung zu sich selbst und anderen behandelt. Diese Doppeldeutigkeit ist typisch für Adele: eine zugängliche Form macht einen unangenehmen Gedanken teilbar, ohne dass dieser Gedanke dadurch verschwindet.
Die letzte Seite von 30: Raum für Hold On und To Be Loved
Der letzte Teil von 30 verdient es, hintereinander gehört zu werden. Auf der regulären Doppel-LP teilen sich Hold On, To Be Loved und Love Is a Game Seite D. Diese Reihenfolge gibt der Platte eine ausgeprägte Schlussbewegung. Zuerst das Durchhalten, dann eine fast ungeschützte Stimme, schließlich ein Arrangement, das sich wieder um sie schließt.
In Hold On wächst die Ermutigung langsam. Die Wiederholung macht die Worte nicht einfacher; sie klingt wie etwas, das erneut gesagt werden muss, weil Überzeugung nicht von alleine bleibt. Das Chor-Gefühl um den Gesang verleiht dem Lied einen gemeinschaftlichen Charakter. Hilfe wird als die Anwesenheit anderer Stimmen hörbar.
To Be Loved lässt das Klavier und den Gesang viel schwerer auf sich selbst ruhen. Die langen Linien fordern Aufmerksamkeit, auch wenn die Darbietung groß wird. Es lohnt sich, nicht nur auf die höchsten oder lautesten Momente zu warten. Die Vorbereitung darauf, die Stellen, an denen die Stimme zurückschaltet, bestimmen, wie ein nächster Ausbruch ankommt.
Danach kann sich Love Is a Game fast wie das Öffnen von Vorhängen anfühlen. Die breitere Ausstattung gibt dem Ende eine andere Farbe. Es ist wieder Platz für Spiel und Bewegung, ohne dass die vorhergehende Schwere ungeschehen gemacht wird. Das Album endet mit einer Stimme, die weiter will, auch wenn nicht jedes Problem gelöst ist.
Weekends with Adele: das Lied zurück in den Saal
Die Reihe Weekends with Adele im The Colosseum des Caesars Palace in Las Vegas lief von November 2022 bis November 2024. So bekam die Musik ein langfristiges Zuhause auf einer Bühne, nach Alben, die gerade in Abständen erschienen waren. Dieser Kontext passt zu einem Repertoire, in dem das Verhältnis zwischen einer Stimme und vielen Zuhörern so wichtig ist.
Ein Studioalbum hält eine gewählte Darbietung fest. In einem Konzert bekommt eine bekannte Zeile zusätzlich die Geschichte mit, die das Publikum inzwischen damit verbunden hat. Jemand hört einen Abschied heraus, jemand anderes die Autofahrt, bei der der Song zum ersten Mal lief. Das ist eine der besonderen Folgen von Adeles enormer Reichweite: sehr persönliche Lieder werden zu gemeinsamem Besitz, ohne ihre Ich-Perspektive zu verlieren.
Ihre Songs bieten dafür klare Eingänge. Die ersten Klaviernoten sind oft schon genug. Anschließend kann man gleichzeitig der Sängerin folgen und seine eigene Erinnerung hören. Das Repertoire muss nicht ständig beschleunigt oder erweitert werden, um einen solchen Saal zusammenzuhalten. Eine vertraute Melodie kann die Aufmerksamkeit auch gerade konzentrieren.
Adele auf Vinyl: vier Alben mit eigenem Tempo
Wer Adele auf Vinyl entdecken will, kann die vier Studioalben chronologisch angehen. 19 lässt viele kleine musikalische Unterschiede hören; 21 setzt stärker auf Kontrast zwischen Fahrt und Stillstand; 25 gibt dem Rückblick eine breite Pop-Form; 30 verlangt mehr Geduld für längere Entwicklungen und persönliche Unterbrechungen. Die Reihenfolge macht hörbar, wie dieselbe Stimme andere Rollen bekommt.
Eine LP hilft vor allem, weil die Album-Reihenfolge greifbar wird. Man wählt eine Platte, legt eine Seite auf und bleibt leichter bei den Songs, die man noch nicht so gut kennt. Bei Adele ist das wertvoll: Die Hits können die weniger bekannten Momente überschatten. Gerade eine Nummer zwischen zwei bekannten Titeln kann zeigen, wie sorgfältig sich die Stimmung eines Albums verändert.
Das bedeutet nicht, dass jede Pressung gleich klingt oder dass Vinyl automatisch besser ist. Ausgaben unterscheiden sich in Ausführung und Mastering. Prüfen Sie daher bei einer konkreten Platte, welche Edition es ist. Auf unserer Adele-Sammlungsseite finden Sie das aktuelle Angebot bei SJELF; die Verfügbarkeit kann variieren.
THE FACTS
LONDON, ENGLAND
PERSÖNLICHE POPSONGS
BRIT AWARDS, 2011
ESSENTIAL DISCOGRAPHY
Die vier erschienenen Studioalben in chronologischer Reihenfolge. Alle vier wurden auf Vinyl veröffentlicht.
- 01192008
- 02212011
- 03252015
- 04302021
EINE SACHE, DIE SIE NOCH NICHT WUSSTEN
Adele wollte ursprünglich kein Cover auf ihrem Debütalbum. In einem Interview, auf das sich die Recording Academy später bezog, erzählte sie, dass sie befürchtete, dadurch den Eindruck zu erwecken, selbst nicht genug Songs schreiben zu können. Das Anhören von Dylans Make You Feel My Love änderte das. Gerade ein Lied von jemand anderem schien genau das auszudrücken, was sie selbst zu formulieren versuchte.
FAQ
Warum heißen die Alben von Adele 19, 21, 25 und 30?
Die Zahlen beziehen sich auf das Alter, das mit der Entstehung und der Lebensphase der Alben verbunden ist. Es handelt sich nicht um eine fortlaufende Nummerierung und sie stimmen nicht zwangsläufig mit ihrem Alter zum Zeitpunkt der Veröffentlichung überein.
Welche Adele-Alben sind auf Vinyl erschienen?
Ihre vier Studioalben 19 (2008), 21 (2011), 25 (2015) und 30 (2021) wurden auf Vinyl veröffentlicht. 30 erschien als Doppel-LP. Überprüfen Sie beim Kauf immer die Angaben der jeweiligen Edition.
Auf welchem Album befindet sich Someone Like You von Adele?
Someone Like You ist das Schlusslied der regulären Ausgabe von 21 aus dem Jahr 2011. Adele schrieb es zusammen mit Dan Wilson. Auch Rolling in the Deep und Set Fire to the Rain sind auf dieser Platte zu finden.
Ist Skyfall auf einem Studioalbum von Adele enthalten?
Nein. Skyfall erschien 2012 als separater Titelsong für den James-Bond-Film. Es befindet sich nicht auf den regulären Tracklists von 19, 21, 25 oder 30. Adele und Paul Epworth schrieben es gemeinsam.
Schreibt Adele ihre eigenen Lieder?
Ja. Adele schreibt ihre Songs meist zusammen mit anderen Songwritern und Produzenten. Beispiele sind Someone Like You mit Dan Wilson, Rolling in the Deep mit Paul Epworth und Hello mit Greg Kurstin. Ihr Repertoire umfasst darüber hinaus Coverversionen, wie Dylans Make You Feel My Love.
Was ist ein gutes Adele-Album für den Einstieg?
21 ist ein zugänglicher Ausgangspunkt aufgrund der Kombination aus bekannten Songs, rhythmischer Kraft und schlichten Balladen. Wählen Sie 19 für ihren frühen, kleinteiligeren Sound oder 30, wenn Sie vor allem an längeren Songs und Selbstreflexion interessiert sind. Es hängt davon ab, was Sie an ihrer Musik anspricht.
FAZIT
Adeles Stimme kann so viel Raum einnehmen, dass man fast vergisst, wie oft ihre Songs mit etwas Kleinem beginnen: einer Frage, einer Erinnerung, einem Kontaktversuch. Ihre vier Alben zeigen, was passiert, wenn dieselbe Art zu singen durch verschiedene Lebensphasen wandert. Die Gefühle werden komplizierter. Das Bedürfnis, Worte dafür zu finden, bleibt.
Legen Sie nach einer bekannten Single auch das nächste Lied auf. Bleiben Sie bis zum Ende einer Seite. Dort, zwischen den Momenten, die jeder bereits kennt, hören Sie, wie reichhaltig dieser scheinbar übersichtliche Katalog ist.
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