ARTIST STORY
MULTIPLEX.
ENGLISH FIRST · NIEDERLÄNDISCH DARUNTER
KÜNSTLER ZUM KENNENLERNEN
Zwei Brüder von der englischen Südküste. Kalte Maschinen, warme Melodien, seltsame Funksignale und fast drei Jahrzehnte, in denen sie sich geweigert haben, elektronische Musik auf den einfachen Weg zu machen. Multiplex ist der Klang von Christian und Roland Dormon, die ihrer Neugier überallhin folgen.
DER KLANG ZWISCHEN ZWEI MENSCHEN.
Multiplex begann in den späten 1990er Jahren in Aldwick, in der Nähe von Bognor Regis, West Sussex. Doch der eigentliche Startpunkt lag früher.
Christian und Roland waren bereits vertieft in Underground-Dance-Musik, DJ-Promos und nächtliches Radio. John Peel. Mixing It. Detroit und Chicago. Kraftwerk, Aphex Twin, LFO, The Future Sound of London, die frühen Human League und Depeche Mode.
Dann kamen die anderen Einflüsse hinzu: David Lynch, Science-Fiction-B-Movies der 1960er und 1970er Jahre, Kurzwellenfunk und die seltsamen Geräusche, die aus dem Nichts aufzutauchen schienen.
Für die Brüder zählte das alles als Quellenmaterial.
Das erklärt Multiplex immer noch besser als eine Genre-Bezeichnung. Ihre Musik ist aus Rhythmus und Melodie aufgebaut, aber auch aus Interferenzen, Zufällen, Texturen und Klängen, die nicht sofort offenbaren, wohin sie gehören.
NICHT EINFACH. NICHT KOMPLEX. MULTIPLEX.
Der Name stammt von der Veröffentlichung „The Dignity of Labour“ der Band The Human League. Auf der beiliegenden Flexi-Disc beschreibt Phil Oakey die Musik mit einer Phrase, die bei ihnen hängen blieb: nicht einfach, nicht einmal komplex — multiplex.
Es passte sofort.
Nicht, weil Christian und Roland bewusst nach etwas Schwierigem suchten, sondern weil das Wort Schichten suggerierte. Verschiedene Dinge, die gleichzeitig geschehen. Kontraste, die nicht aufgelöst werden müssen.
Ihre Arbeitsweise folgt derselben Logik. Es gibt keine starren Rollen. Wer die stärkere Idee hat, übernimmt die Führung. Dateien und Stems werden hin- und hergeschickt. Ein Track kann zwischen dem einen und dem anderen Bruder die Richtung komplett ändern.
Manchmal schreibt der eine mehr. Manchmal der andere. Wichtig ist, ob die Idee noch einen interessanten Weg vor sich hat.
„Wir betrachten uns eigentlich nicht als Musiker. Wir verstehen uns eher als Audio- und Klangkünstler.“
DER MENSCH IN DER MASCHINE.
Es gibt einen Widerspruch im Zentrum von Multiplex: Die Maschinerie kann kalt klingen, aber die Absicht ist emotional.
Christian und Roland sprechen davon, elektronische Musik mit Seele zu füllen. Sie interessieren sich für die Reibung zwischen glitchigen Beats und warmen Melodien – das menschliche Element direkt neben dem maschinellen.
In diesem Kontrast beginnt ihre Musik zu atmen.
Ein perfekt programmierter Rhythmus allein reicht nicht aus. Eine wunderschöne Melodie allein reicht ebenfalls nicht. Der Charakter entsteht durch das Zusammentreffen der beiden, durch ihr Widerstreben und manchmal dadurch, dass sie sich gegenseitig intensiver machen.
KLANG VOR REGELN.
Ein Multiplex-Track hat keinen verlässlichen Ausgangspunkt.
Er kann mit einem Rhythmus beginnen. Einer Melodie. Einem auf Hardware erzeugten Klang. Oder einer Idee, die Sinn ergibt, noch bevor Musik daran hängt.
Heute findet der Großteil der Arbeit am Computer statt, aber analoge Synthesizer und andere Hardware spielen immer noch eine Rolle. Manchmal werden sie direkt eingespielt. Manchmal wird ein einziger kleiner Klang gesampelt und wird zum Grund für die Existenz des Tracks.
Auch Live-Instrumente können hinzukommen. Die Regel ist einfach: Wenn es funktioniert, gehört es dazu.
Einen Track fertigzustellen ist schwieriger. Christian und Roland schicken ihn hin und her und fragen immer wieder, ob die jeweils andere Person noch einen anderen Weg durch das Stück findet.
Wenn es keine stärkere Richtung mehr gibt, ist der Track fertig.
WIE HANDSCHRIFT.
Multiplex hat sich nicht eines Tages hingesetzt und einen eigenen Sound entworfen.
Andere Leute haben ihn zuerst bemerkt.
Christian und Roland vergleichen es mit einer Handschrift. Man entwirft nicht bewusst jede Linie, aber nach einer gewissen Zeit erscheint etwas Wiedererkennbares. Dasselbe kann in der Musik passieren.
Diese Idee ist wichtig in der elektronischen Produktion, wo Tausende von Künstlern dieselbe Software und sogar dieselben Maschinen nutzen können. Die Werkzeuge lassen sich teilen. Die Persönlichkeit nicht.
AUF DER BÜHNE MUSS NICHTS STILLSTEHEN.
Live drückt Multiplex nicht einfach bei der Studioversion auf Play.
Hardware fließt in die Performance ein. Software wird angepasst und geloopt. Ein Vocoder kann auftauchen. Elektronisches Spielzeug kann plötzlich Teil des Arrangements werden.
Der Sinn ist nicht, eine Aufnahme perfekt zu reproduzieren. Der Sinn ist, genug Raum zu lassen, damit etwas Einzigartiges entstehen kann.
HIER STARTEN: CITRA21.
Fragt man die Brüder, wo ein neuer Hörer anfangen sollte, wählen sie „Citra21“ von „Colour Kinetica“ auf Bricolage.
Es ist eine effektive Einführung, weil hier mehrere Multiplex-Instinkte aufeinandertreffen: Melodie, Rhythmus, Bewegung und zufällige Soundeffekte, die den offensichtlichen Weg unterbrechen.
Es erklärt nicht alles, was sie jemals gemacht haben.
Es öffnet die Tür.
WENN TRACKS ZU ERINNERUNGEN WERDEN.
Einige der aufschlussreichsten Multiplex-Tracks sind an Momente gebunden, die nichts mit Technologie zu tun haben.
Für Roland trägt „All Within You“ die Erinnerung an die Zeit in sich, als er gerade begann, seine Freundin zu daten.
Für Christian gehört „Gamma Plate“ zu der Zeit, als er die Frau zum ersten Mal traf, die seine Ehefrau werden sollte.
Die Details sind wichtig, weil sie den größeren Punkt sichtbar machen: Diese Musik mag elektronisch sein, aber sie ist immer noch an Leben, Beziehungen und Zeit gebunden.
Die Brüder beschreiben ihre Tracks fast wie Tagebucheinträge. Jahre später verändert der Abstand, was sie hören. Ein Stück kann bedeutungsvoller werden oder etwas offenbaren, das sie heute anders machen würden.
Irgendwann muss ein Track jedoch das Studio verlassen.
AXIAL OPPOSITION: VERGANGENHEIT TRIFFT GEGENWART.
Dieses Zeitgefühl steht im Mittelpunkt von „Axial Opposition“.
Die Veröffentlichung vereint Material von den 1990er Jahren bis 2025. „People Can Listen“ wollte die Tracks unbedingt mit Multiplex veröffentlichen und schuf eine Sammlung, in der verschiedene Ären desselben Projekts plötzlich nebeneinander liegen.
Das wirft eine nützliche Frage auf: Wie sehr verändert sich ein Künstler wirklich?
Die Software ändert sich. Die Maschinen ändern sich. Die Produktionsmethoden ändern sich.
Die Handschrift bleibt vielleicht.
UNABHÄNGIGKEIT BEDEUTET FREIHEIT. UND VERANTWORTUNG.
Für Multiplex bedeutet Unabhängigkeit Freiheit: Die Fähigkeit, die Musik zu machen, die sie machen wollen.
Aber diese Freiheit kommt mit einer härteren Anforderung. Sie müssen selbst entscheiden, wann etwas gut genug ist.
Die Herausforderung, sagen sie, bestehe darin, weiterhin Tracks mit Tiefe, Gefühl und Magie zu machen – nicht einfach durchschnittliche Musik, nur weil die Tools es ermöglichen.
Das erfordert Zeit. Neue Ausrüstung muss erlernt werden. Neue Methoden müssen getestet werden. Nicht jedes Experiment wird zu einer Veröffentlichung.
Sie würden sich auch wünschen, mehr Underground- und experimentelle elektronische Musik im Radio zu hören. Entdeckung zählt immer noch. Musik kann keine Verbindung zum Hörer aufbauen, wenn ihr niemand den Weg in den Raum ebnet.
„Wir haben es noch nicht gefunden. Wir machen weiter.“
DER MOMENT, NACH DEM SIE NOCH IMMER SUCHEN.
Fragt man Multiplex nach dem entscheidenden Moment in ihrer Geschichte, verweigern sie die einfache retrospektive Antwort.
Sie haben ihn noch nicht gefunden.
Das ist vielleicht das Aufschlussreichste, was sie sagen. Nach fast drei Jahrzehnten wird das Projekt nicht durch Nostalgie zusammengehalten. Es wird durch die nächste Idee zusammengehalten.
Neue Tracks entstehen bereits, mit der Hoffnung auf eine weitere Veröffentlichung im nächsten Jahr.
EINE SACHE, DIE WIR NICHT WUSSTEN.
Auf ihren allerersten Tracks haben Christian und Roland ihre Oma gesampelt.
Die Tapes existieren noch.
Es ist das perfekte kleine Detail in der Multiplex-Geschichte: Familie, Erinnerung und Technologie, eingefangen, bevor Sampling mühelos wurde.
Das menschliche Element war von Anfang an da.
DIE FAKTEN
DAS LETZTE WORT.
Christian und Roland scheinen kein Interesse daran zu haben, Multiplex ein für alle Mal zu definieren.
Es gibt immer einen weiteren Klang zu finden. Eine weitere Maschine zu erlernen. Eine weitere Datei zum Versenden. Eine weitere Version, die vielleicht besser ist, weil der andere Bruder etwas gehört hat, das man selbst nicht wahrgenommen hat.
Nach all den Jahren ist ihre eigene Zusammenfassung immer noch die beste.
„Unsere elektronische Musik hält uns zusammen.“
HÖREN: Citra21
NEUESTE VERÖFFENTLICHUNG: Axial Opposition
NEDERLANDS.
Hetzelfde verhaal, hieronder volledig in het Nederlands.
ARTIST TO KNOW
Twee broers van de Engelse zuidkust. Koude machines, warme melodieën, vreemde radiosignalen en bijna drie decennia lang weigeren om elektronische muziek op de makkelijke manier te maken. Multiplex is het geluid van Christian en Roland Dormon die hun nieuwsgierigheid blijven volgen.
THE SOUND BETWEEN TWO PEOPLE.
Multiplex ontstaat eind jaren negentig in Aldwick, vlak bij Bognor Regis in West Sussex. Maar het echte begin ligt eerder.
Christian en Roland raken in de late jaren tachtig en vroege jaren negentig verslingerd aan underground dance, dj-promo’s en nachtelijke radio. John Peel. Mixing It. Detroit en Chicago. Kraftwerk, Aphex Twin, LFO, The Future Sound of London, de vroege Human League en Depeche Mode.
Daar komen andere invloeden bij: David Lynch, sciencefiction-B-films uit de jaren zestig en zeventig, kortegolfradio en vreemde geluiden die uit het niets lijken te verschijnen.
Voor de broers kan alles materiaal worden.
Dat zegt nog altijd meer over Multiplex dan een genrelabel. Hun muziek bestaat uit ritme en melodie, maar net zo goed uit storing, toeval, textuur en geluiden die niet meteen verraden waar ze thuishoren.
NOT SIMPLE. NOT COMPLEX. MULTIPLEX.
De naam komt van The Dignity of Labour van The Human League. Op de bijbehorende flexidisc gebruikt Phil Oakey een formulering die bij de broers blijft hangen: niet simpel, zelfs niet alleen complex — multiplex.
Dat woord klopt meteen.
Niet omdat Christian en Roland per se ingewikkelde muziek willen maken, maar omdat het woord lagen suggereert. Verschillende dingen die tegelijk mogen bestaan. Tegenstellingen die niet opgelost hoeven te worden.
Hun manier van werken volgt dezelfde logica. Er zijn geen starre rollen. Degene met het sterkste idee krijgt de ruimte. Bestanden en stems gaan heen en weer. Een track kan tussen de ene broer en de andere compleet van richting veranderen.
Soms schrijft de één meer. Soms de ander.
Belangrijker is of het idee nog ergens heen kan.
“We don’t really consider ourselves musicians. We think of ourselves more as audio and sound artists.”
THE HUMAN INSIDE THE MACHINE.
In het hart van Multiplex zit een tegenstelling: de machines kunnen koud klinken, maar de bedoeling is emotioneel.
Christian en Roland willen soul in elektronische muziek leggen. Ze zoeken bewust de spanning op tussen glitchy beats en warme melodieën — tussen het menselijke en het mechanische.
Daar begint hun muziek te ademen.
Een perfect geprogrammeerd ritme is op zichzelf niet genoeg. Een mooie melodie ook niet. Het karakter ontstaat wanneer die twee elkaar ontmoeten, tegenwerken en soms juist sterker maken.
SOUND BEFORE RULES.
Een Multiplex-track heeft geen vast vertrekpunt.
Het kan een ritme zijn. Een melodie. Een geluid uit een apparaat. Of alleen een idee dat al klopt voordat er ook maar één noot bestaat.
Tegenwoordig gebeurt veel in software, maar analoge synthesizers en andere hardware blijven belangrijk. Soms worden ze direct bespeeld. Soms levert één kleine sample precies het element op waardoor een track gaat leven.
Ook live-instrumenten kunnen binnenkomen. De regel is eenvoudig: als het werkt, hoort het erbij.
Een nummer afmaken is lastiger. Christian en Roland sturen het materiaal heen en weer en blijven kijken of de ander nog een betere route vindt.
Is die er niet meer, dan is het nummer klaar.
LIKE HANDWRITING.
Multiplex heeft nooit aan tafel gezeten om bewust een herkenbaar geluid te ontwerpen.
Andere mensen hoorden het eerst.
Christian en Roland vergelijken het met handschrift. Je bedenkt niet bewust iedere lijn, maar na genoeg tijd ontstaat iets dat herkenbaar van jou is.
Dat idee is juist binnen elektronische muziek interessant. Duizenden artiesten kunnen dezelfde software en zelfs dezelfde machines gebruiken.
De tools kun je delen. Persoonlijkheid niet.
ON STAGE, NOTHING HAS TO STAY STILL.
Live drukt Multiplex niet simpelweg op play om de studioversie na te bouwen.
Hardware komt het optreden in. Software wordt live bewerkt en geloopt. Een vocoder kan opduiken. Elektronisch speelgoed kan ineens onderdeel van het arrangement worden.
Het doel is niet om de opname perfect te kopiëren.
Er moet ruimte blijven voor iets dat maar één keer gebeurt.
START HERE: CITRA21.
Vraag de broers waar een nieuwe luisteraar moet beginnen en ze kiezen Citra21, van Colour Kinetica op Bricolage.
Het is een goede introductie omdat meerdere Multiplex-instincten er samenkomen: melodie, ritme, beweging en onverwachte geluiden die de voor de hand liggende route onderbreken.
Het nummer legt niet alles uit.
Het zet de deur open.
WHEN TRACKS BECOME MEMORIES.
Manche Multiplex-Tracks sagen am meisten aus, wenn die Technologie für einen Moment in den Hintergrund tritt.
Für Roland gehört All Within You zu der Zeit, in der er gerade mit seiner Freundin zusammenkam.
Für Christian ist Gamma Plate mit der Zeit verbunden, in der er seine spätere Frau kennenlernte.
Diese Details sind wichtig, weil sie etwas Größeres sichtbar machen: Diese Musik ist zwar elektronisch, aber nach wie vor untrennbar mit Leben, Beziehungen und Zeit verbunden.
Die Brüder beschreiben ihre Tracks fast wie Tagebucheinträge. Jahre später verändert die Distanz das, was man hört. Ein Song kann an Bedeutung gewinnen oder gerade etwas offenbaren, das man heute anders machen würde.
Aber letztlich muss Musik auch das Studio verlassen.
AXIAL OPPOSITION: PAST MEETS PRESENT.
Dieses Gefühl für Zeit steht bei Axial Opposition im Mittelpunkt.
Die Veröffentlichung führt Material aus den Neunzigern mit Tracks aus dem Jahr 2025 zusammen. People Can Listen wollte das Material mit Multiplex herausbringen, wodurch verschiedene Phasen desselben Projekts plötzlich nebeneinander zu stehen kamen.
Das wirft eine interessante Frage auf: Wie sehr verändert sich ein Künstler wirklich?
Software verändert sich. Maschinen verändern sich. Produktionsmethoden verändern sich.
Die Handschrift vielleicht nicht.
INDEPENDENT MEANS FREEDOM. AND RESPONSIBILITY.
Für Multiplex bedeutet Unabhängigkeit vor allem Freiheit: das machen zu können, was man selbst machen möchte.
Doch damit geht eine schwierigere Verantwortung einher. Man muss selbst entscheiden, wann etwas gut genug ist.
Die Herausforderung besteht laut Christian und Roland darin, weiterhin Tracks mit Tiefe, Gefühl und Magie zu erschaffen – und nicht bloß durchschnittliche Musik zu veröffentlichen, nur weil die Mittel dazu vorhanden sind.
Das kostet Zeit. Neue Geräte müssen erlernt werden. Neue Techniken müssen ausprobiert werden. Nicht jedes Experiment muss eine Veröffentlichung werden.
Sie würden zudem gerne mehr Underground- und experimentelle elektronische Musik im Radio hören.
Entdeckung bleibt wichtig. Musik kann nur dann etwas bei jemandem bewirken, wenn dieser Mensch ihr auch tatsächlich begegnet.
“We haven’t found it yet. We will keep going.”
THE MOMENT THEY ARE STILL LOOKING FOR.
Fragt man Multiplex nach dem prägenden Moment ihrer Geschichte, verweigern sie die einfache Rückschau-Antwort.
Sie haben ihn noch nicht gefunden.
Vielleicht sagt gerade das am meisten aus. Nach fast drei Jahrzehnten wird das Projekt nicht durch Nostalgie zusammengehalten, sondern durch die nächste Idee.
Neue Tracks sind bereits in Arbeit. Wenn alles klappt, folgt nächstes Jahr neue Musik.
ONE THING WE DIDN’T KNOW.
Auf ihren allerersten Tracks sampelten Christian und Roland ihre „Nan“ – ihre Großmutter.
Die Tapes existieren noch immer.
Es ist vielleicht das perfekte kleine Detail in dieser Geschichte: Familie, Erinnerung und Technologie, eingefangen auf Band, lange bevor Sampling nur ein paar Mausklicks entfernt war.
Das Menschliche war also von Anfang an dabei.
THE FACTS
THE FINAL WORD.
Christian und Roland scheinen wenig Bedürfnis zu haben, Multiplex jemals endgültig festzulegen.
Es gibt immer einen nächsten Sound. Eine neue Maschine. Eine Datei, die vom einen Bruder zum anderen wandert. Eine Version, die besser wird, weil der andere etwas hörte, das man selbst übersehen hat.
Nach all den Jahren bleibt ihre eigene Zusammenfassung deshalb die beste.
“Our electronic music is keeping us together.”
LISTEN: Citra21
LATEST RELEASE: Axial Opposition
ENGLISH FIRST · NIEDERLÄNDISCH DARUNTER
KÜNSTLER ZUM KENNENLERNEN
Zwei Brüder von der englischen Südküste. Kalte Maschinen, warme Melodien, seltsame Funksignale und fast drei Jahrzehnte, in denen sie sich geweigert haben, elektronische Musik auf den einfachen Weg zu machen. Multiplex ist der Klang von Christian und Roland Dormon, die ihrer Neugier überallhin folgen.
DER KLANG ZWISCHEN ZWEI MENSCHEN.
Multiplex begann in den späten 1990er Jahren in Aldwick, in der Nähe von Bognor Regis, West Sussex. Doch der eigentliche Startpunkt lag früher.
Christian und Roland waren bereits vertieft in Underground-Dance-Musik, DJ-Promos und nächtliches Radio. John Peel. Mixing It. Detroit und Chicago. Kraftwerk, Aphex Twin, LFO, The Future Sound of London, die frühen Human League und Depeche Mode.
Dann kamen die anderen Einflüsse hinzu: David Lynch, Science-Fiction-B-Movies der 1960er und 1970er Jahre, Kurzwellenfunk und die seltsamen Geräusche, die aus dem Nichts aufzutauchen schienen.
Für die Brüder zählte das alles als Quellenmaterial.
Das erklärt Multiplex immer noch besser als eine Genre-Bezeichnung. Ihre Musik ist aus Rhythmus und Melodie aufgebaut, aber auch aus Interferenzen, Zufällen, Texturen und Klängen, die nicht sofort offenbaren, wohin sie gehören.
NICHT EINFACH. NICHT KOMPLEX. MULTIPLEX.
Der Name stammt von der Veröffentlichung „The Dignity of Labour“ der Band The Human League. Auf der beiliegenden Flexi-Disc beschreibt Phil Oakey die Musik mit einer Phrase, die bei ihnen hängen blieb: nicht einfach, nicht einmal komplex — multiplex.
Es passte sofort.
Nicht, weil Christian und Roland bewusst nach etwas Schwierigem suchten, sondern weil das Wort Schichten suggerierte. Verschiedene Dinge, die gleichzeitig geschehen. Kontraste, die nicht aufgelöst werden müssen.
Ihre Arbeitsweise folgt derselben Logik. Es gibt keine starren Rollen. Wer die stärkere Idee hat, übernimmt die Führung. Dateien und Stems werden hin- und hergeschickt. Ein Track kann zwischen dem einen und dem anderen Bruder die Richtung komplett ändern.
Manchmal schreibt der eine mehr. Manchmal der andere. Wichtig ist, ob die Idee noch einen interessanten Weg vor sich hat.
„Wir betrachten uns eigentlich nicht als Musiker. Wir verstehen uns eher als Audio- und Klangkünstler.“
DER MENSCH IN DER MASCHINE.
Es gibt einen Widerspruch im Zentrum von Multiplex: Die Maschinerie kann kalt klingen, aber die Absicht ist emotional.
Christian und Roland sprechen davon, elektronische Musik mit Seele zu füllen. Sie interessieren sich für die Reibung zwischen glitchigen Beats und warmen Melodien – das menschliche Element direkt neben dem maschinellen.
In diesem Kontrast beginnt ihre Musik zu atmen.
Ein perfekt programmierter Rhythmus allein reicht nicht aus. Eine wunderschöne Melodie allein reicht ebenfalls nicht. Der Charakter entsteht durch das Zusammentreffen der beiden, durch ihr Widerstreben und manchmal dadurch, dass sie sich gegenseitig intensiver machen.
KLANG VOR REGELN.
Ein Multiplex-Track hat keinen verlässlichen Ausgangspunkt.
Er kann mit einem Rhythmus beginnen. Einer Melodie. Einem auf Hardware erzeugten Klang. Oder einer Idee, die Sinn ergibt, noch bevor Musik daran hängt.
Heute findet der Großteil der Arbeit am Computer statt, aber analoge Synthesizer und andere Hardware spielen immer noch eine Rolle. Manchmal werden sie direkt eingespielt. Manchmal wird ein einziger kleiner Klang gesampelt und wird zum Grund für die Existenz des Tracks.
Auch Live-Instrumente können hinzukommen. Die Regel ist einfach: Wenn es funktioniert, gehört es dazu.
Einen Track fertigzustellen ist schwieriger. Christian und Roland schicken ihn hin und her und fragen immer wieder, ob die jeweils andere Person noch einen anderen Weg durch das Stück findet.
Wenn es keine stärkere Richtung mehr gibt, ist der Track fertig.
WIE HANDSCHRIFT.
Multiplex hat sich nicht eines Tages hingesetzt und einen eigenen Sound entworfen.
Andere Leute haben ihn zuerst bemerkt.
Christian und Roland vergleichen es mit einer Handschrift. Man entwirft nicht bewusst jede Linie, aber nach einer gewissen Zeit erscheint etwas Wiedererkennbares. Dasselbe kann in der Musik passieren.
Diese Idee ist wichtig in der elektronischen Produktion, wo Tausende von Künstlern dieselbe Software und sogar dieselben Maschinen nutzen können. Die Werkzeuge lassen sich teilen. Die Persönlichkeit nicht.
AUF DER BÜHNE MUSS NICHTS STILLSTEHEN.
Live drückt Multiplex nicht einfach bei der Studioversion auf Play.
Hardware fließt in die Performance ein. Software wird angepasst und geloopt. Ein Vocoder kann auftauchen. Elektronisches Spielzeug kann plötzlich Teil des Arrangements werden.
Der Sinn ist nicht, eine Aufnahme perfekt zu reproduzieren. Der Sinn ist, genug Raum zu lassen, damit etwas Einzigartiges entstehen kann.
HIER STARTEN: CITRA21.
Fragt man die Brüder, wo ein neuer Hörer anfangen sollte, wählen sie „Citra21“ von „Colour Kinetica“ auf Bricolage.
Es ist eine effektive Einführung, weil hier mehrere Multiplex-Instinkte aufeinandertreffen: Melodie, Rhythmus, Bewegung und zufällige Soundeffekte, die den offensichtlichen Weg unterbrechen.
Es erklärt nicht alles, was sie jemals gemacht haben.
Es öffnet die Tür.
WENN TRACKS ZU ERINNERUNGEN WERDEN.
Einige der aufschlussreichsten Multiplex-Tracks sind an Momente gebunden, die nichts mit Technologie zu tun haben.
Für Roland trägt „All Within You“ die Erinnerung an die Zeit in sich, als er gerade begann, seine Freundin zu daten.
Für Christian gehört „Gamma Plate“ zu der Zeit, als er die Frau zum ersten Mal traf, die seine Ehefrau werden sollte.
Die Details sind wichtig, weil sie den größeren Punkt sichtbar machen: Diese Musik mag elektronisch sein, aber sie ist immer noch an Leben, Beziehungen und Zeit gebunden.
Die Brüder beschreiben ihre Tracks fast wie Tagebucheinträge. Jahre später verändert der Abstand, was sie hören. Ein Stück kann bedeutungsvoller werden oder etwas offenbaren, das sie heute anders machen würden.
Irgendwann muss ein Track jedoch das Studio verlassen.
AXIAL OPPOSITION: VERGANGENHEIT TRIFFT GEGENWART.
Dieses Zeitgefühl steht im Mittelpunkt von „Axial Opposition“.
Die Veröffentlichung vereint Material von den 1990er Jahren bis 2025. „People Can Listen“ wollte die Tracks unbedingt mit Multiplex veröffentlichen und schuf eine Sammlung, in der verschiedene Ären desselben Projekts plötzlich nebeneinander liegen.
Das wirft eine nützliche Frage auf: Wie sehr verändert sich ein Künstler wirklich?
Die Software ändert sich. Die Maschinen ändern sich. Die Produktionsmethoden ändern sich.
Die Handschrift bleibt vielleicht.
UNABHÄNGIGKEIT BEDEUTET FREIHEIT. UND VERANTWORTUNG.
Für Multiplex bedeutet Unabhängigkeit Freiheit: Die Fähigkeit, die Musik zu machen, die sie machen wollen.
Aber diese Freiheit kommt mit einer härteren Anforderung. Sie müssen selbst entscheiden, wann etwas gut genug ist.
Die Herausforderung, sagen sie, bestehe darin, weiterhin Tracks mit Tiefe, Gefühl und Magie zu machen – nicht einfach durchschnittliche Musik, nur weil die Tools es ermöglichen.
Das erfordert Zeit. Neue Ausrüstung muss erlernt werden. Neue Methoden müssen getestet werden. Nicht jedes Experiment wird zu einer Veröffentlichung.
Sie würden sich auch wünschen, mehr Underground- und experimentelle elektronische Musik im Radio zu hören. Entdeckung zählt immer noch. Musik kann keine Verbindung zum Hörer aufbauen, wenn ihr niemand den Weg in den Raum ebnet.
„Wir haben es noch nicht gefunden. Wir machen weiter.“
DER MOMENT, NACH DEM SIE NOCH IMMER SUCHEN.
Fragt man Multiplex nach dem entscheidenden Moment in ihrer Geschichte, verweigern sie die einfache retrospektive Antwort.
Sie haben ihn noch nicht gefunden.
Das ist vielleicht das Aufschlussreichste, was sie sagen. Nach fast drei Jahrzehnten wird das Projekt nicht durch Nostalgie zusammengehalten. Es wird durch die nächste Idee zusammengehalten.
Neue Tracks entstehen bereits, mit der Hoffnung auf eine weitere Veröffentlichung im nächsten Jahr.
EINE SACHE, DIE WIR NICHT WUSSTEN.
Auf ihren allerersten Tracks haben Christian und Roland ihre Oma gesampelt.
Die Tapes existieren noch.
Es ist das perfekte kleine Detail in der Multiplex-Geschichte: Familie, Erinnerung und Technologie, eingefangen, bevor Sampling mühelos wurde.
Das menschliche Element war von Anfang an da.
DIE FAKTEN
DAS LETZTE WORT.
Christian und Roland scheinen kein Interesse daran zu haben, Multiplex ein für alle Mal zu definieren.
Es gibt immer einen weiteren Klang zu finden. Eine weitere Maschine zu erlernen. Eine weitere Datei zum Versenden. Eine weitere Version, die vielleicht besser ist, weil der andere Bruder etwas gehört hat, das man selbst nicht wahrgenommen hat.
Nach all den Jahren ist ihre eigene Zusammenfassung immer noch die beste.
„Unsere elektronische Musik hält uns zusammen.“
HÖREN: Citra21
NEUESTE VERÖFFENTLICHUNG: Axial Opposition
NEDERLANDS.
Hetzelfde verhaal, hieronder volledig in het Nederlands.
ARTIST TO KNOW
Twee broers van de Engelse zuidkust. Koude machines, warme melodieën, vreemde radiosignalen en bijna drie decennia lang weigeren om elektronische muziek op de makkelijke manier te maken. Multiplex is het geluid van Christian en Roland Dormon die hun nieuwsgierigheid blijven volgen.
THE SOUND BETWEEN TWO PEOPLE.
Multiplex ontstaat eind jaren negentig in Aldwick, vlak bij Bognor Regis in West Sussex. Maar het echte begin ligt eerder.
Christian en Roland raken in de late jaren tachtig en vroege jaren negentig verslingerd aan underground dance, dj-promo’s en nachtelijke radio. John Peel. Mixing It. Detroit en Chicago. Kraftwerk, Aphex Twin, LFO, The Future Sound of London, de vroege Human League en Depeche Mode.
Daar komen andere invloeden bij: David Lynch, sciencefiction-B-films uit de jaren zestig en zeventig, kortegolfradio en vreemde geluiden die uit het niets lijken te verschijnen.
Voor de broers kan alles materiaal worden.
Dat zegt nog altijd meer over Multiplex dan een genrelabel. Hun muziek bestaat uit ritme en melodie, maar net zo goed uit storing, toeval, textuur en geluiden die niet meteen verraden waar ze thuishoren.
NOT SIMPLE. NOT COMPLEX. MULTIPLEX.
De naam komt van The Dignity of Labour van The Human League. Op de bijbehorende flexidisc gebruikt Phil Oakey een formulering die bij de broers blijft hangen: niet simpel, zelfs niet alleen complex — multiplex.
Dat woord klopt meteen.
Niet omdat Christian en Roland per se ingewikkelde muziek willen maken, maar omdat het woord lagen suggereert. Verschillende dingen die tegelijk mogen bestaan. Tegenstellingen die niet opgelost hoeven te worden.
Hun manier van werken volgt dezelfde logica. Er zijn geen starre rollen. Degene met het sterkste idee krijgt de ruimte. Bestanden en stems gaan heen en weer. Een track kan tussen de ene broer en de andere compleet van richting veranderen.
Soms schrijft de één meer. Soms de ander.
Belangrijker is of het idee nog ergens heen kan.
“We don’t really consider ourselves musicians. We think of ourselves more as audio and sound artists.”
THE HUMAN INSIDE THE MACHINE.
In het hart van Multiplex zit een tegenstelling: de machines kunnen koud klinken, maar de bedoeling is emotioneel.
Christian en Roland willen soul in elektronische muziek leggen. Ze zoeken bewust de spanning op tussen glitchy beats en warme melodieën — tussen het menselijke en het mechanische.
Daar begint hun muziek te ademen.
Een perfect geprogrammeerd ritme is op zichzelf niet genoeg. Een mooie melodie ook niet. Het karakter ontstaat wanneer die twee elkaar ontmoeten, tegenwerken en soms juist sterker maken.
SOUND BEFORE RULES.
Een Multiplex-track heeft geen vast vertrekpunt.
Het kan een ritme zijn. Een melodie. Een geluid uit een apparaat. Of alleen een idee dat al klopt voordat er ook maar één noot bestaat.
Tegenwoordig gebeurt veel in software, maar analoge synthesizers en andere hardware blijven belangrijk. Soms worden ze direct bespeeld. Soms levert één kleine sample precies het element op waardoor een track gaat leven.
Ook live-instrumenten kunnen binnenkomen. De regel is eenvoudig: als het werkt, hoort het erbij.
Een nummer afmaken is lastiger. Christian en Roland sturen het materiaal heen en weer en blijven kijken of de ander nog een betere route vindt.
Is die er niet meer, dan is het nummer klaar.
LIKE HANDWRITING.
Multiplex heeft nooit aan tafel gezeten om bewust een herkenbaar geluid te ontwerpen.
Andere mensen hoorden het eerst.
Christian en Roland vergelijken het met handschrift. Je bedenkt niet bewust iedere lijn, maar na genoeg tijd ontstaat iets dat herkenbaar van jou is.
Dat idee is juist binnen elektronische muziek interessant. Duizenden artiesten kunnen dezelfde software en zelfs dezelfde machines gebruiken.
De tools kun je delen. Persoonlijkheid niet.
ON STAGE, NOTHING HAS TO STAY STILL.
Live drukt Multiplex niet simpelweg op play om de studioversie na te bouwen.
Hardware komt het optreden in. Software wordt live bewerkt en geloopt. Een vocoder kan opduiken. Elektronisch speelgoed kan ineens onderdeel van het arrangement worden.
Het doel is niet om de opname perfect te kopiëren.
Er moet ruimte blijven voor iets dat maar één keer gebeurt.
START HERE: CITRA21.
Vraag de broers waar een nieuwe luisteraar moet beginnen en ze kiezen Citra21, van Colour Kinetica op Bricolage.
Het is een goede introductie omdat meerdere Multiplex-instincten er samenkomen: melodie, ritme, beweging en onverwachte geluiden die de voor de hand liggende route onderbreken.
Het nummer legt niet alles uit.
Het zet de deur open.
WHEN TRACKS BECOME MEMORIES.
Manche Multiplex-Tracks sagen am meisten aus, wenn die Technologie für einen Moment in den Hintergrund tritt.
Für Roland gehört All Within You zu der Zeit, in der er gerade mit seiner Freundin zusammenkam.
Für Christian ist Gamma Plate mit der Zeit verbunden, in der er seine spätere Frau kennenlernte.
Diese Details sind wichtig, weil sie etwas Größeres sichtbar machen: Diese Musik ist zwar elektronisch, aber nach wie vor untrennbar mit Leben, Beziehungen und Zeit verbunden.
Die Brüder beschreiben ihre Tracks fast wie Tagebucheinträge. Jahre später verändert die Distanz das, was man hört. Ein Song kann an Bedeutung gewinnen oder gerade etwas offenbaren, das man heute anders machen würde.
Aber letztlich muss Musik auch das Studio verlassen.
AXIAL OPPOSITION: PAST MEETS PRESENT.
Dieses Gefühl für Zeit steht bei Axial Opposition im Mittelpunkt.
Die Veröffentlichung führt Material aus den Neunzigern mit Tracks aus dem Jahr 2025 zusammen. People Can Listen wollte das Material mit Multiplex herausbringen, wodurch verschiedene Phasen desselben Projekts plötzlich nebeneinander zu stehen kamen.
Das wirft eine interessante Frage auf: Wie sehr verändert sich ein Künstler wirklich?
Software verändert sich. Maschinen verändern sich. Produktionsmethoden verändern sich.
Die Handschrift vielleicht nicht.
INDEPENDENT MEANS FREEDOM. AND RESPONSIBILITY.
Für Multiplex bedeutet Unabhängigkeit vor allem Freiheit: das machen zu können, was man selbst machen möchte.
Doch damit geht eine schwierigere Verantwortung einher. Man muss selbst entscheiden, wann etwas gut genug ist.
Die Herausforderung besteht laut Christian und Roland darin, weiterhin Tracks mit Tiefe, Gefühl und Magie zu erschaffen – und nicht bloß durchschnittliche Musik zu veröffentlichen, nur weil die Mittel dazu vorhanden sind.
Das kostet Zeit. Neue Geräte müssen erlernt werden. Neue Techniken müssen ausprobiert werden. Nicht jedes Experiment muss eine Veröffentlichung werden.
Sie würden zudem gerne mehr Underground- und experimentelle elektronische Musik im Radio hören.
Entdeckung bleibt wichtig. Musik kann nur dann etwas bei jemandem bewirken, wenn dieser Mensch ihr auch tatsächlich begegnet.
“We haven’t found it yet. We will keep going.”
THE MOMENT THEY ARE STILL LOOKING FOR.
Fragt man Multiplex nach dem prägenden Moment ihrer Geschichte, verweigern sie die einfache Rückschau-Antwort.
Sie haben ihn noch nicht gefunden.
Vielleicht sagt gerade das am meisten aus. Nach fast drei Jahrzehnten wird das Projekt nicht durch Nostalgie zusammengehalten, sondern durch die nächste Idee.
Neue Tracks sind bereits in Arbeit. Wenn alles klappt, folgt nächstes Jahr neue Musik.
ONE THING WE DIDN’T KNOW.
Auf ihren allerersten Tracks sampelten Christian und Roland ihre „Nan“ – ihre Großmutter.
Die Tapes existieren noch immer.
Es ist vielleicht das perfekte kleine Detail in dieser Geschichte: Familie, Erinnerung und Technologie, eingefangen auf Band, lange bevor Sampling nur ein paar Mausklicks entfernt war.
Das Menschliche war also von Anfang an dabei.
THE FACTS
THE FINAL WORD.
Christian und Roland scheinen wenig Bedürfnis zu haben, Multiplex jemals endgültig festzulegen.
Es gibt immer einen nächsten Sound. Eine neue Maschine. Eine Datei, die vom einen Bruder zum anderen wandert. Eine Version, die besser wird, weil der andere etwas hörte, das man selbst übersehen hat.
Nach all den Jahren bleibt ihre eigene Zusammenfassung deshalb die beste.
“Our electronic music is keeping us together.”
LISTEN: Citra21
LATEST RELEASE: Axial Opposition